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Nepal – Trekking im Annapurna Gebiet

Nepal – Trekking im Annapurna Gebiet

Nepal – die Heimat der Achttausender. Schon bei unseren allerersten Gedanken an eine Nepalreise stand fest, dass wir unbedingt in die Berge wollen. Flüge hatten wir zu diesem Zeitpunkt noch lange nicht gebucht. Eine mehrtägige Trekking Tour sollte es werden. Schnell war klar, dass wir innerhalb der zwei geplanten Wochen max. sechs Tage für den Trek haben. Neben dem Trek wollten wir Nepal so gut wie möglich kennenlernen, ganz ohne das Gefühl, nur gehetzt von A nach B zu reisen. Wie wir unsere Route schlussendlich geplant haben, findet ihr hier.

Trekking in Nepal: Mit oder ohne Guide?

Bei meinen Recherchen  habe ich unzählige Pro und Contra Beiträge zum Thema Trekking-Guide gelesen. Heute kann ich gar nicht mehr genau sagen, welches Gefühl nach der Recherche tatsächlich überwog. Für mich stand jedoch eines fest: Sicherheit hat während des Treks oberste Priorität, auch wenn das für einen Guide und damit (womöglich zunächst) gegen unser ganz eigenes und „privates“ Abenteuer sprach.

Ein bekannter Nepali, den ich vor einigen Jahren hier in Deutschland kennengelernt habe, wohnt in Kathmandu und ist dort als Trekking-Guide tätig. Schnell war klar, dass wir gemeinsam mit ihm auf Tour gehen werden. Damit haben wir uns für das All-Inklusive Paket entschieden und mussten uns so weder um die Trekking Permits, die richtigen Wege oder die sauberste Unterkunft entlang unserer Route kümmern. Neben dem Sicherheits-Aspekt, sind das rückblickend die für mich überzeugendsten Argumente: Wir konnten uns während der sechs Tage voll und ganz auf das Erlebnis und die Natur einlassen, die Ruhe genießen und das beste aus dem Trek rausholen. Ich würde immer wieder so entscheiden. Auch, weil wir mir Ganesh den coolsten, entspanntesten aber zugleich vertrauensvollsten Guide hatten.

Gepäck, mit oder ohne Träger?

„Ich packe meinen Rücksack und nehme mit…?“ Eine Frage, die uns vor dem Trekking ewig beschäftigte. Natürlich durfte nichts fehlen, zugleich musste sich das Gesamtgewicht in Grenzen halten. Wir, bzw. Marcel, hat sich ganz bewusst (und aus freien Zügen ;)) gegen einen Träger entschieden. Er hat unseren Hauptrucksack getragen (ca. 15kg), ich einen kleinen Tagesrucksack (ca.3-4kg). Ob ihr einen Träger wollt, liegt ganz bei euch – eine Empfehlung dazu kann ich nicht aussprechen. Letztendlich hängt das aber auch von eurer Fitness, eurem Willen und der Motivation ab. Die mögliche Organisation ist unkompliziert und wird von eurer Agentur/dem Guide übernommen.

Tag 1: Von Pokhara nach Landruk

Von Pokhara (800m) sind wir zunächst mit dem Jeep nach Kande (1700m) gefahren (das kann ich euch definitiv ans Herz legen, der Aufstieg nach Kande entlang der Landstraße lohnt nicht). Auf die Plätze fertig los: Rucksack auf, Stöcke an die Hände und Abmarsch. Los ging es mit Stufen, unzählig vielen Stufen hoch zum Australian Camp auf 2200m. Weiter ging es nach Pothana (1990m) und über den Deurani-Pass (2100m) nach Landruk (1560m). Eine kurze Teepause haben wir in Tolka gemacht.

Fahrzeit nach Kande: ca. 1,5 Stunden

Gehzeit: ca. 6 Stunden

Unterkunft: Hotel & Restaurant Sherpa 

Aussicht auf: Annapurna Süd

Tag 2: Von Landruk nach Ghandruk

2. Tag – gleiches Gefühl. Es geht wieder los mit Treppen. Zunächst 300 Höhenmeter Abstieg, dann 600 Höhenmeter (geschätzte 2000 Stufen, gefühlt noch viel mehr) Aufstieg nach Ghandruk. (Stellt euch bloß nicht die „Warum-Frage“…:)).

Gehzeit: ca. 4 Stunden 

Unterkunft: Old Village Inn Ghandruk 

Aussicht auf: Annapurna Süd, Machapuchare (Fishtail), Gangapurna

Tag 3: Von Ghandruk nach Tadapani

Endlos langer Aufstieg (700 Höhenmeter) über, wer hätte es gedacht, Treppen zur „Wasserbüffelfarm“ Bhaisigharkha. Dort habe ich den besten Masala Tee der gesamten Reise getrunken. Nach einer guten Stunde Pause konnten wir die letzten Schritte nach Tadapani (2630m) wieder ein wenig mehr genießen.

Gehzeit: ca. 4 Stunden 

Unterkunft: Himalaya Tourist Guest House

Aussicht auf: Annapurna Süd, Machapuchare (Fishtail), Gangapurna

Tag 4: Tadapani nach Ghorepani

Erst 300m Abstieg über Treppen, dann wieder 300 Höhenmeter Aufstieg. Zur Belohnungen haben wir eine super schöne Mittagspause in Deurali gemacht und uns dort eine Stunde in der Sonne erholt und Pommes gegessen, die waren so wichtig nach den ganzen Treppen. Gestärkt ging es weiter durch den Uhrwald (es hat sich angefühlt wie bei Juressic World über den Deurali-Pass (3100m) über den Thapla Pass (3165m) nach Ghorepani auf 2750m. Der Wald war wirklich super schön, gefühlt ganz unwirklich.

Gehzeit: ca. 4 Stunden

Unterkunft: Sunny Hotel Gorephani (mit eigener Hütte & Badewanne) 

Aussicht auf: Haben wir da nicht den ersten krassen 8000 gesehen? Poon Hill

Tag 5: Von Ghorepani über den Poon Hill nach Hille

Der Wecker klingelt um 5 Uhr, es war kalt, eiskalt, dunkel und früh. Warum sind wir nochmal aufgestanden? Zugegeben, ich und mein Körper waren noch nicht wirklich bereit für den Aufstieg zum Poon Hill (3210m). Nicht weiter darüber nachdenken, einfach machen und den vielen Menschen über den stufigen Weg zum Poon Hill folgen. Der Aufstieg dauert ca. 40 Minuten (Taschen- oder Stirnlampe nicht vergessen!). Oben angekommen, war mir sofort klar, warum wir das hier tun. Einfach atemberaubend. Nach dem Sonnenaufgang wollte ich mich gar nicht von der schönen Szenerie verabschieden (auch wenn es eisig kalt war – unbedingt eine weitere Schicht Kleidung für auf dem Poon Hill einpacken!). Nach dem Abstieg haben wir uns im Hotel gestärkt, gepackt und einen letzten Blick auf die Annapurna Range genossen. Der Abstieg nach Hille (1400m) war stufig, steinig (niemals die Tour in die entgegengesetzte Richtung laufen) und definitiv nicht zu unterschätzen.

Aufstieg zum Poon Hill: ca. 40 Minuten

Gehzeit: ca. 6 Stunden 

Unterkunft: Hotel Susila 

Aussicht auf: Gesamte Annapurna Range

Tag 6: Hille nach Nayapul

Der letzte Tag lief sich fast von allein – zu groß war die Freude auf eine richtige Dusche und andere Kleidung. Über Feldwege sind wir von Nayapul Richtung Birethanti marschiert, vorbei an Bananenbäumen, Stauseen und

Fahrzeit nach Pokhara:  ca. 2 Stunden

Gehzeit: ca. 4 Stunden 

Fazit

Kurz vor der Reise hatte ich ein richtig mulmiges Gefühl im Magen, wenn ich an den Trek gedacht habe. Schaffe ich das? Was passiert, wenn wir unterwegs krank werden (oder ich einfach keine Lust mehr habe)? Ich konnte mir nicht vorstellen, wie das alles sein wird – auch, weil ich noch nie so lange am Stück in den Bergen unterwegs war. Pustekuchen, heute kann ich stolz sagen, dass ich das easy peasy gemeistert habe und die Erfahrung niemals missen möchte. Eine solide Grundfitness schadet sicherlich nicht. So könnt ihr das Trekking viel eher genießen & kämpft nicht ab Tag zwei schon gegen euren Körper an.

Folge:

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