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Konsum!?

Konsum!?

Konsum? Was ist das? Warum eigentlich? Welche Auswirkungen hat er auf unsere Gesellschaft und was kann ich persönlich dagegen tun? Genau das waren Fragen, die mich immer wieder beschäftigt haben. Aus Bequemlichkeit blieben sie lange Zeit unbeantwortet und wurden von “wichtigeren” Gedanken problemlos zur Seite geschoben. Wo doch manche (keinesfalls alle) Antworten so nahe liegen: Ich musste lediglich meinen Kleiderschrank öffnen, um 14 weiße Blusen zu finden, meine Nagellack-Sammlung auspacken und insgesamt 63 Farben zählen oder einmal mehr nicht komplett verwertete, leider aber schon kaputte Lebensmittel entsorgen. 

Da ist er doch, dieser Konsum!

Gefühlt geht es in unserer Gesellschaft nicht mehr darum, alles das zu haben, was man tatsächlich braucht. Mehr muss es sein. Alles muss es sein. Das Neuste muss es sein. Ich selbst nehme mich bei dieser Feststellung keinesfalls heraus. Warum soll ich die Reste aus dem Kühlschrank verwerten, wenn ich doch beim Supermarkt um die Ecke jeden Tag genau das bekomme, worauf ich so große Lust habe?!

Alles, immer, überall!

Doch was ist passiert? Ist es das dauerhaft Angebot von allem? Wassermelone auch an Weihnachten? Die Jeans ist im Laden um die Ecke ausverkauft, bestelle ich sie doch einfach per Express bis morgen im Online Shop – und dann kommt sie tatsächlich auch am nächsten Tag. Mit Sicherheit hat das Gefühl “Ich kann theoretisch immer alles das haben, was ich möchte, ganz egal wann und wo ich bin.“, dazu beigetragen. Hinzukommt, dass wir in der digitalen Welt, ganz gleich ob Instagram, Youtube oder Facebook, tagtäglich damit einem Übermaß an Konsum konfrontiert werden.

Gefühlt ist es für mich dieses Denken besonders stark in „meiner“, bzw. „unserer“ Generation vertreten. Uns stehen die Türen zur Welt offen, uns bieten sich Möglichkeiten über Möglichkeiten: Studium im Ausland, Karrierechance, die perfekte Traumwohnung, ein social life nach dem Bilderbuch. Das Gefühl abgewiesen zu werden, oder das einer unserer Pläne mal nicht ganz so gelingt, kennen wir kaum. Ich glaube, ganz insgeheim und unbewusst, lenkt dieses Gefühl auch unser Konsumverhalten: Alles, immer, überall! (Nein – ich möchte nicht alles verallgemeinern und weiß ganz genau, dass sich eine ganze Menge Menschen auch schon lange mit dem Thema beschäftigen und auseinandersetzen).

Konsum – und jetzt?

Fast noch schlimmer als der Konsum an sich, sind die Konsequenzen, die aus ihm entstehen. Denkt nicht Jeder irgendwann, dass er nicht mehr genug “besitzt”, nicht mehr mithalten kann und „weniger Wert“ ist, weil er nicht zuallererst das neuste Smartphone hat? Auch wenn das jetzt sicher drastische Gedanken sind, ich bin davon überzeugt, dass sich diese schon in einigen Köpfen platziert haben.

WIEDERBELEBT Stuttgart

Als ich für mich auf der Suche nach ein paar „Konsum-freundlicheren“ Lösungen war, bin ich in Stuttgart auf den kleinen, wundervollen Laden WIEDERBELEBT gestoßen. Dieser folgt dem Konzept des „upcyclings“, wobei „Abfallprodukte“ durch handwerkliche Nachbearbeitung in einzigartige Modestücke verwandelt werden. Ich bin seit gestern stolze Besitzerin eines weißen Basic-Shirts mit einem kleinen Weinglas – nichts passt besser zu einer Pfälzerin (ein Foto damit folgt). Ich bin mir sicher, weitere Teile aus der Wiederbelebt-Kollektion werden bald Platz in meinem Schrank finden.

Konsum - WIEDERBELEBT Stuttgart

In einem erste Schritt kann sich Jeder einzelne von uns wohl ganz leicht fragen, ob der Kauf der 15 weißen Bluse oder der Verzehr von Kirschen an Weihnachten so sinnvoll ist. Ein bisschen mehr Selbstkritik schadet sicher nicht. Ja, ich höre die Kritiker fast bis zu mir an den Schreibtisch. Ja, man kann das sicher radikaler angehen. Aber ist es dann nicht viel eher zum Scheitern verurteilt, da es immer unrealistischer wird? Alleine dass ich persönlich den Gedanken “Was bringt das schon, wenn nur ich versuche etwas zu ändern!?” endgültig final aus meinem Kopf verbannt habe, ist ein erster Teilerfolg. Das Bewusstsein rund um das Thema Konsum ist damit wieder gestiegen. Die nächsten kleinen Schritte folgen mit Sicherheit.

Wie stehst du zu diesem Thema? Auch jeder weitere Anti-Konsum Tipp ist herzlich willkommen 🙂

 

 

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2 Kommentare

  1. Nora
    13. August 2017 / 16:54

    Liebe Cathrin,
    das hast du sooooo schön geschrieben! Dein Beitrag motiviert mich gerade ziemlich, nicht mehr zu verdrängen, sondern zu handeln. Gerade heute war ich leider wieder zu faul, habe den neuen Duschvorhang und allerhand Kleinigkeiten online bestellt. Montag sollen sie ankommen, einfach bequem. Aber du hast so recht!
    Danke für deine Gedanken. Ich versuche mich jetzt mal mit dem Motto: „Lass den Klick in deiner Stadt!“
    Liebe Grüße von mir 🙂

    • Cathrin
      Autor
      20. August 2017 / 19:27

      Liebe Nora,

      vielen lieben Dank für die tollen Worte, das ist schön zu hören. Ich glaube es ist einfach wichtig, dass sich jeder Einzelne einen kurzen Moment Zeit nimmt, und überlegt, wo und wie er etwas „Konsum-freundlicher“ Handeln kann. „Lass den Klick in deiner Stadt!“ ist ein Beispiel dafür – der Satz bringt es auf den Punkt.

      Viele Grüße
      Cathrin

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